Reperaturcafe
und News
Reperaturcafe
Das „Reparaturcafe“ bietet jeden zweiten Mittwoch im Monat die Möglichkeit, alle „nähbaren“ Sachen unter Anleitung zu reparieren oder zu ändern.
Bevorzugt mit der eigenen Nähmaschine. Es stehen aber auch Nähmaschinen zur Verfügung.
Öffnungszeiten von 9 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr bis 17 Uhr.
Bitte vorab kurz anmelden via Telefon oder Whats App unter 0170 - 5539323
Immer mehr Frauen hängen an der Nadel
Nähen liegt wieder im Trend - Kursabende in Dietfurt sind schnell ausgebucht
Dietfurt (khr) Nähen wird immer beliebter. Der Trend zum Do-it-yourself spiegelt sich auch in der Nachfrage nach Nähkursen wider, die Marion Böhm in der Nähabteilung der Firma Wittl einmal monatlich anbietet. Die jeweils dreimal dreistündigen Kursabende sind schnell ausgebucht.
Diesmal sind es die Anfänger, die von der erfahrenen Schneiderin wissen wollen, wie man mit Nadel und Faden umgeht. Nach der Anmeldung zum Nähkurs haben Marion, Laura, Vera und Annalena sich im Vorfeld des Kurses aus unzähligen BURDA-Schnittheften etwas Schönes heraussuchen dürfen, was sie gerne selbst kreieren wollen. Einen Wintermantel, ein fließendes Oberteil, eine Trachtenweste und einen Trachtenrock hatten es den jungen Frauen angetan. Ihre Kursleiterin gab ihnen dann eine Liste, welche Materialien, Stoffe und Utensilien wie Kreide, Nähgarn, Maßband und Schere zu besorgen seien. Am ersten Abend wurde das Schnittmuster herauskopiert, und die exakten Maße der Teilnehmerinnen genommen. Der Schnitt wurde dann individuell auf diese Maße angepasst und fein säuberlich ausgeschnitten. Schließlich führte Böhm ihre wissbegierigen Teilnehmerinnen noch in die wichtigsten Grund- und Fachbegriffe, die man beim Nähen so braucht, ein, machte sie mit den Nähmaschinen und der Overlock-Maschine vertraut, und schon konnte es los gehen.
Für die Kursteilnahme sollte man eine eigene Nähmaschine besitzen. „Bei den Anfängerkursen ist es wichtig, dass man weiß, wie eine Nähmaschine überhaupt funktioniert, wie man sie startet, wie eingefädelt und aufgespult wird oder auch eine Nadel gewechselt wird“, sagt Marion Böhm. Schnell haben die Frauen gelernt, dass es darum geht, konzentriert, gründlich und akkurat zu arbeiten, um schrittweise ein tolles Ergebnis zu erzielen. Nach jeder Naht war auch der Einsatz des Bügeleisens gefragt, denn ohne glatt bügeln geht gar nichts. „Das hat bereits meine Meisterin schon immer gesagt: wer nicht gescheit nähen kann, muss wenigstens gescheit bügeln können“, meint Böhm humorvoll und stellt sich sämtlichen, nicht wenigen Fragen, welche die Teilnehmerinnen so an sie richten. „Wieviel Zentimeter muss ich hier ringsum wegschneiden?“, „Soll ich den Stoff hier nochmals versäubern?“, „Wie muss ich jetzt weitermachen?“ heißt es dann und Böhm erklärt geduldig jeden nächsten Schritt und hat auf alle Fragen eine Antwort. Schließlich ist sie Expertin, hat – als das Nähen völlig außer Mode war – sich als einzige ihres Jahrgangs 1995 für eine Schneiderlehre im Handwerk entschieden, anschließend noch den Beruf der Modistin erlernt und an der deutschen Meisterschule für Mode in München die Ausbildung zur Schnittdirectrice angehängt. Wertvolle Berufserfahrung konnte sie bei der Firma Strenesse in Nördlingen sammeln. Als Bekleidungstechnikerin war die Modeexpertin viel im Ausland unterwegs und schließlich bei der Firma Rosner im Design, für Einkauf und Accessoires zuständig, bis sie sich selbstständig gemacht hat. Ihr Wissen nun weiterzugeben, bereite ihr sehr viel Freude. „Ich bin ein Geduldsmensch und je kniffliger und komplizierter beim Nähen etwas wird, desto mehr kann ich mich entspannen, desto detailverliebter werde ich und vergesse Raum und Zeit um mich herum“, schwärmt die Fachfrau, die es liebt, genaue Anleitungen zu geben. „Ich habe schon als Kind meine eigenen Barbie Kleider ohne Schnitt per Hand genäht. Es hat mir schon immer gefallen, wenn bei der Handarbeit Ergebnisse herauskommen, es ein Endprodukt gibt, daher wäre ein Bürojob für mich nichts gewesen“, so Böhm. Und wie finden die neuen Hobbynäherinnen ihren ersten Nähkurs? Es sei schon anstrengend im positiven Sinne, das Nähen fordere einen schon, meint eine junge Frau, während eine andere hinzufügt, wie toll es sei, sich im Nähen zu verlieren, etwas Handwerkliches zu tun zu haben. „Mit dem Üben wird es vermutlich dann leichter“, meint sie. Ihre Kollegin findet es großartig, den Entstehungsprozess ihres Kleidungsstückes, aber auch den der anderen zu beobachten und schließlich das fertige Produkt in der Hand zu halten. Bis es soweit ist, wird das Erstlingswerk immer wieder der Schneiderpuppe angezogen, ausprobiert, abgesteckt und die letzten Feinschliffe für einen perfekten Sitz vollzogen. Alle Teilnehmerinnen sind durchwegs begeistert und empfehlen den Nähkurs überzeugt weiter. Es sei zwar ein zeitaufwändiges Hobby, aber sie können sich schon vorstellen, weiterzumachen, um auch Kostüme für den Fasching zu nähen. „Man schätzt, wenn man selbst näht, Mode wieder mehr und sieht Kleidungsstücke und den Aufwand, der dahintersteckt, mit anderen Augen“, bringt es eine Hobbynäherin auf den Punkt. Am Schluss des Kurses können sich die Unikate, die im Alltag ein Hingucker sind, aller Teilnehmerinnen sehen lassen und auch die Kursleiterin ist stolz. „Es ist schön, dass das Nähen wieder im Trend liegt und das Handarbeiten, gerade im Winter, wieder viel praktiziert wird“, so Böhm. Für Interessierte gibt es auch im nächsten Jahr wieder genügend Kurse, bei denen Neulinge und auch erfahrenere Schneiderinnen, aber auch Männer, an Nadel und Faden Hand anlegen können, um schließlich echte Schmuckstücke wie die vier Hobbynäherinnen in den Händen zu halten.